Philipp Romann, 1974 in der Schweiz geboren, studierte nach Ausbildungen zum kaufm. Angestellten und zum Krankenpfleger Schauspiel an der Hochschule der Künste Bern.

Er spielte an den Theatern Basel, Bern, Biel/Solothurn und Lübeck sowie in diversen Off-Projekten und leitete, inszenierte und entwickelte Jugendprojekte sowie Bühnenkampf- und Theaterworkshops.

Seit 2008 arbeitet er freischaffend.

2009/10 spielte er Philip Sachs (HR) in "Eine wie Keine" (Sat1 / ORF1, Grundy UFA / Phönix Film), seit 2012 spielt er Markus Overbeck (HR) in "Wege zum Glück (AT)" (ZDF, Grundy UFA)



Versuche, das Leben zu verstehen
Lübecker Nachrichten (2007)

Man konnte ihn in Lutz Hübners »Ehrensache« als jungen Türken sehen. In »Escape« spielt er derzeit einen jungen Mann, dessen Freund Jan sich das Leben genommen hat. Gern würde er die Rolle des Raskolnikow in Dostojewskis »Schuld und Sühne« übernehmen. Auch das gut vorstellbar. Dass Philipp Romann mal Krankenpfleger und kaufmännischer Angestellter war, mag man dagegen kaum glauben.
Philipp Romann, 33 Jahre alt, ist Schweizer. Ein schlechter Schweizer, wie er sagt: »Ich mag die Berge eigentlich nicht und keinen Schnee.« Er ist in Thun und Bern aufgewachsen. zwei bürgerliche Ausbildungen, zum kaufmännischen Angestellten und Krankenpfleger, hat Romann absolviert, einige Jahre unter anderem in der Psychiatrie gearbeitet. Mit Mitte 20 begann er ein Schauspielstudium an der Hochschule der Künste Bern. Vor und während der Ausbildung hat er Gastrollen am Stadttheater Bern, am Theater Basel und am Städtebundtheater Biel/ Solothurn gespielt. »Der Schauspielerberuf ist das, wonach ich gesucht habe«, sagt Philipp Romann heute. Seit der Spielzeit 20004/05 gehört er zum Ensemble des Theaters Lübeck. Später übernahm er auch Regieprojekte, die Jugendarbeit wurde sein Ding. Romann leitete den Jugendclub »Theaterraten«, bietet Workshops für Jugendliche an.
»Ich habe drei Jahre gebraucht, um mich an Lübeck zu gewöhnen«, sagt Philipp Romann. Er mag die Stadt, »das Meer ist toll.« Einer seiner seltenen Ausflüge führte zum Bungsberg. Ein Berg? »Das ist doch nicht einmal eine Erhebung«, sagt er - auch das sehr freundlich und völlig frei von Spott. Was macht er, wenn er nicht Theater spielt? »Ich lese sehr gern, gehe gern ins Kino. Das ganze normale Zeug.« Kochen kann er auch. Am liebsten was Mediterranes, »aber nicht nach Rezept«.
Vom Schauspielerberuf wird Romann wohl nicht mehr lassen. Draufzusatteln kann er sich gut vorstellen: schreiben, Regie und Jugendarbeit ausbauen. Ihn treibt die Lust auf Leben und das Interesse an Menschen: »Ich mag Menschen, aber ich verstehe sie nicht.«